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Eine Wärmekammer in einen Wüstenstaat zu liefern: Das klingt ähnlich absurd, als hätte man einen Kühlschrank in die Antarktis verkauft. Wenn diese Wärmekammer aber auch über die Funktion einer Gefriertruhe verfügt, handelt sich es um ein technisches Multitalent, das exakt den Kundenanforderungen entspricht: Qatar Airways testet demnächst auf dem Flughafen in Doha in regelmäßigen Abständen die Funktionalität ihrer Notrutschen unter extremen Temperaturbedingungen - in einer Wärme-/Kühlkammer von DENIOS.

Gut, dass es sie gibt; doch noch besser, wenn man sie nicht braucht: Notrutschen in modernen Verkehrsflugzeugen. Sie bleiben für die meisten Passagiere unsichtbar, da sie - zum Glück - nur selten zum Einsatz kommen. Dennoch muss sichergestellt sein, dass sie im Fall der Fälle funktionieren. Deshalb wird dieses Sicherheits-equipment von allen Fluggesellschaften in regelmäßigen Abständen auf seine Funktionalität überprüft.

Test unter realistischen Bedingungen

Je nach Flugzeugtyp sind die Notrutschen im unteren Türbereich oder unterhalb im Flugzeugrumpf verstaut. Wie das Flugzeug selbst, werden sie dabei extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Von Starts und Landungen auf heißen Wüstenflughäfen, bis hin zu extremen Minustemperaturen bei einer Flughöhe von bis zu 15.000 Meter. Umso wichtiger ist es, dass die Notrutschen auch unter realistischen Bedingungen getestet werden. Zu diesem Zweck hat Qatar Airways bei DENIOS eine Klimakammer beauftragt, um die Notrutschen der eigenen Luftflotte während der jährlich durchgeführten Funktionstests einer Temperaturschwankung von 80° K auszusetzen. Die Spanne reicht von -20° C bis +60° C.
Durch Druckluft werden die Notrutschen im Notfall explosionsartig aufgeblasen. Das Auslösen der Notrutsche am Boden wird auch als "flat firing" bezeichnet. Damit wird überprüft, ob sich die Notrutschen im vorgesehenen Zeitfenster aufblasen. Bevor dieser Test durchgeführt wird, kommen die Notrutschen in die Klimakammer, um kurz hintereinander beiden Extremtemperaturen ausgesetzt zu werden. Erst dann erfolgt der Funktionstest.

Separate Heizung verhindert das Einfrieren der Türen

Die von DENIOS konstruierte und gebaute Klimakammer hat eine Grundfläche von 8 qm. In ihr werden die Notrutschen erst auf +60° C erwärmt, dann auf -20° C abgekühlt. Um dieses extreme Spektrum abbilden zu können, verwendet DENIOS nur Isolierungsmaterialien mit hohem Dämmwert. Die Hochleistungsklimaanlage besteht aus einer Inneneinheit und dem außenliegenden Kompressor, der wegen der Innenaufstellung und zur Reduzierung der Lautstärkeentwicklung gekapselt ist. Ebenfalls auf dem Dach der Anlage ist der Verdampfer platziert. Als Türfeststellanlage sind bei geöffneter Kammer Haltemagnete vorgesehen. Da bei einer Abkühlung auf -20° C die Türen zufrieren würden, ist im Türrahmen eine separate Heizung verbaut. Im Inneren sorgen sechs Temperaturfühler für ausreichend Messdaten, um die Kammer gleichmäßig zu temperieren. Die Steuerungssoftware befindet sich im außen liegenden Schaltschrank.
Zusätzliche Ausstattungsdetails sind die LED-Beleuchtung und die Druckentlastungsklappe in der Decke der Klimakammer, falls eine der Notrutschen während des Temperiervorgangs ungewollt ausgelöst wird. Die Klimakammer ist unterfahrbar und kann daher mit Hochhubstapler beschickt werden. Abnehmbare Kranösen sorgen für die nötige Flexibilität am Aufstellort.

Erfolgreiche Kooperation im Nahen Osten

Mit dieser Klimakammer, die extreme Temperaturbereiche abzubilden vermag, hat DENIOS einmal mehr hohe Kompetenz im Bereich Thermotechnologie unter Beweis gestellt, die nun auch am Persischen Golf zum Einsatz kommt und dort ein Stück weit zur Flugsicherheit beiträgt. Bei der Konzeption und Umsetzung dieses Projektes konnte DENIOS auf eine jahrzehntelange Erfahrung aus dem Bereich Wärme- und Klimatechnik sowie Brand- und Explosionsschutz zurückgreifen.
Begleitet und koordiniert wird der Auftrag von der Firma Franke Care System Middle East, die mit ihrer Niederlassung in Doha/Katar über die notwendigen Kontakte in der Region und die Erfahrung in der Umsetzung von Projekten im Nahen Osten verfügt.
Derzeit befindet sich die Kammer auf dem Seeweg in das arabische Emirat und wird demnächst auf dem Doha International Airport aufgestellt.